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Thema: Goslarhalle bzw. Stadhalle Goslar

  1. #11
    Schießhauer Avatar von AlterSchirm
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    Zitat Zitat von Dieter-K. Beitrag anzeigen
    Soweit ich mich erinnere, ging damals in Goslar das Wort herum, dass das Feuer durch eine Heizquelle der dort untergebrachten Flüchtlinge ausgelöst wurde.

    Die Goslar-Halle war meines Wissens nach ein reiner Holzbau und brannte wie Zunder
    [/I]
    Soweit uns bekannt ist, hat der damalige Untersuchungsbericht die These von der Entzündung an oder durch eine "Wärmequelle" (Kanonanofen) als "mögliche Brandursache" bezeichnet, man konnte jedoch keine eindeutigen Beweise finden. Der Bericht befindet sich im Stadtarchiv.
    Dort, bzw. beim Bauamt bestätigt sich auch die Tatsache, dass es sich um eine vorwiegend hölzerne Konstruktion handelte, die im Jahr 1934 gebaut wurde, nachdem in Berlin beschlossen worden war, den Sitz des Reichsnährstand unter R. W. Darré nach Goslar zu verlagern. Die Halle wurde im November 1934 schon für den ersten Reichsbauertag genutzt.

    Es ist schon mehr als 10 Jahre her, dass wir uns etwas intensiver damit beschäftigt haben, aber aus der Erinnerung meinen wir, dass der Erntedanktag im gleichen Jahr noch hauptsächlich im Kaisersaal (Odeon Theater) und an der Kaiserpfalz stattfand, also ohne die Halle. Herr Hittler kam persönlich vom Bückeberg bei Hameln mit dem Auto angereist und nahm vor der Kaiserpfalz die Parade des Jägerbatallions ab, bei der das bekannte Foto von ihm und seinen Schergen vor der Pfalz entstand. Während er in der Pfalz "residierte" mussten sämtliche Wandgemälde mit schwarzen Tüchern abgehängt werden, damit sich Herr Hitler nicht so winzig fühlte im Vergeich mit den "echten" Kaisern der Gemälde.
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    Jan

  2. #12
    Gesperrt Gesperrt Avatar von Susanne-K.
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    In dem Buch "Goslarer Fotoalbum 1870 - 1940" gibt es auf Seite 103 ein Foto, das das Osterfeld mit einem großen Portal, das sehr nationalsozialistisch geschmückt war, zeigt.
    Als Text wird dazu geschrieben
    (Zitat): Das Osterfeld war zur Tagungsstätte des Reichsbauerntages ausgebaut worden. Bevor die 1936 errichtete Stadthalle zur Verfügung stand, fanden die Beratungen und Feierlichkeiten in dieser Zeltstadt Unterkunft. Ein großes Portal führte die Teilnehmer auf das Festgelände. (Zitatende)

    Offenbar gibt es, was Baubeginn/Bauende der Stadthalle angeht, kein fixes Datum, das überliefert wurde?

    Anbei übrigens noch ein Link aus der Internetseite "Spurensuche Harzregion", mit dem Thema Der Reichsnährstand in der Reichsbauernstadt – Eine symbiotische Beziehung?
    http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/87

    Es sind darin keine spektakulären Neuigkeiten enthalten, aber es ist ein weiteres Steinchen auf dem Weg, das damalige Leben in unserer Stadt besser zu verstehen.

    Wir haben in den letzten Beiträgen häufiger die Worte "Reichsbauerntag", "Reichserntedankfest" etc. gehört.
    Dazu eine kurze Erläuterung aus Wikipedia:
    (Zitat) Im Vorfeld des Reichserntedankfestes fand in Goslar der Reichsbauerntag statt, eine interne Veranstaltung des Reichsbauernrates (Zitatende)
    Geändert von Susanne-K. (17.12.2011 um 07:49 Uhr)

  3. #13
    Schießhauer Avatar von AlterSchirm
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    Doch, es gibt ein Datum, denn die Bauunterlagen liegen im Bauamt vor; nur keiner von uns kennt es genau.
    Wir wissen ziemlich sicher, dass der Baubeginn unmittelbar nach dem Einzug des Sitzes des Reichsnährstandes im Jahr 1934 war. bezüglich des Jahres der Fertigstellung sind wir unsicher, werden aber noch mal ein paar Quellen wälzen.

    Das Zitat von Wikipedia bezweifle ich stark bzw. halte es schlicht für falsch (natürlich nicht das Zitat, sondern dessen Aussage), denn:
    Die Reichsbauertage waren unabhängig vom Reichserntedankfest und fanden immer erst im November statt, wenn in der Landwirtschaft die wenigste Arbeit war, während das Erntedankfest am Erntedanktag mit einer Versammlung auf einem eigens dafür hergerichteten Platz auf dem Bückeberg in der Nähe von Hameln stattfand. Weitere Feierlichkeiten des Reichserntedankfestes fanden dann in Goslar statt, der Stadt des Reichsnährstandes und später auch der Reichsbauernstadt. Der Erntedanktag liegt kalendarisch immer in der Nähe des Monatswechsels September / Oktober.
    Folglich hat der Reichsbauertag niemals im Vorfeld des Erntedankfestes stattgefunden, sondern immer etwa 1,5 Monate danach. Sämtliche (uns bekannten) historischen Dokumente geben die zwei Veranstaltungen als voneinander unabhängige Ereignisse wieder. Und als unabhängige Veranstaltungen werden sie auch durch bekannte Historiker wie z. B. H.G. Griep dargestellt.
    Geändert von AlterSchirm (17.12.2011 um 11:08 Uhr)
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    Jan

  4. #14
    Hauer Avatar von Heinzelmann
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    Bis ich vor gut 1,5 Jahren auf das GG-Forum gestossen bin wusste ich nicht, was es mit der Goslarhalle auf sich hatte. Fragen nach den Ruinen dort wurden nur sehr knapp beantwortet. "Da war mal eine Stadthalle, die ist aber abgebrannt..." mehr nicht. Irgendwie alles sehr nebulös und ich dachte mir, das dies wohl ein wunder Punkt in der GS-Geschichte sein muss, über den nicht gerne geredet wird. Ich dachte, das man damals wohl ganz froh war, das dieses "braun-belastete" Gebäude verschwunden ist. Jetzt erst weiss ich, das dort Flüchtlinge in Massen untergebracht waren und das der Brand kein politischer, sondern ein sehr tragischer war. Trotzdem verstehe ich nicht, weshalb darüber ein "Mäntelchen des Schweigens" gelegt wurde und diese Halle nicht in irgendeiner Form wiederaufgebaut wurde. So ein Veranstaltungsort hat doch in Goslar über Jahrzehnte hin gefehlt und hätte die Kultur in der Stadt durchaus bereichert ?

  5. #15
    Schießhauer Avatar von AlterSchirm
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    Wenn man Tante G. nach Bildern von Erntedankfest auf dem Bückeberg fragt bekommt man viele Bilder gezeigt. Hier ein Link zu einem der Beeindruckendsten von 1934:
    http://www.ww2incolor.com/german_lea...rally.jpg.html

    Auf dem zweiten Bild, das ich einfüge, weil es vom Autor ausdrücklich als "gemeinfrei" benannt ist, kann man vom gegeüber liegenden Berg (Ohrberg) noch sehr gut die Anlage des Erntedankplatzes mit dem Huldigungsweg in der Mitte erkennen, auf dem u. a. Herr Hitler sich von der rechts und links stehenden Menge bejubeln lies. Diese Zeremonie ist auch auf dem verlinkten Foto gut zu erkennen. Dort hat man einen guten Größenvergleich durch die Anwesenheit der Menschen. Ziemlich schaurig das Ganze...
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Bückeberg_vom_Ohrberg.jpg  
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  6. Danke von:

    kleine (14.03.2017)

  7. #16
    Schießhauer Avatar von AlterSchirm
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    Des Schweigens Mäntelchen hat seinen Ursprung unserer Meinung nach in zwei Dingen.

    Zum Einen gibt es die Vermutung oder besser den dringenden Verdacht einer Brandstiftung, die nicht aufgeklärt werden konnte und die Ermittlungsbehörde hat sich bei der Untersuchung nicht eben mit Ruhm bekleckert oder hat bewusst falsch ermittelt.

    Zum Zweiten hat man in Goslar sehr deutliche Zeichen, dass man die exponierte nationalsozialistische Vergangenheit als Reichsbauerstadt nach dem Krieg herunterspielen wollte und daher alle Dinge, die mit den exorbitant guten Wahlergebnissen der Nazis (300 % vom gesamtdeutschen Durchschnitt), dem Reichsnährstand (und der Blut und Boden Propaganda) sowie der Reichsbauerstadt (als historische Deutschtumbegründung) weitestgehend verschwiegen hat.

    Es gab übrigens durchaus den Vorwurf, dass der Brand der Goslarhalle politisch gewollt war.
    Alles Liebe
    Jan

  8. #17
    Gesperrt Gesperrt Avatar von Susanne-K.
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    Zitat Zitat von AlterSchirm Beitrag anzeigen
    Des Schweigens Mäntelchen hat seinen Ursprung unserer Meinung nach in zwei Dingen.

    Zum Einen gibt es die Vermutung oder besser den dringenden Verdacht einer Brandstiftung, die nicht aufgeklärt werden konnte und die Ermittlungsbehörde hat sich bei der Untersuchung nicht eben mit Ruhm bekleckert oder hat bewusst falsch ermittelt.

    Es gab übrigens durchaus den Vorwurf, dass der Brand der Goslarhalle politisch gewollt war.
    Über das Thema des Brandes habe ich gestern mit meinem Vater auch längere Zeit gesprochen.
    Als ich von dem Brand las - in Verbindung mit der Jahreszahl - war mein erster Gedanke "das war Brandstiftung".
    Das es offiziell heißt, die "Brandursache konnte nie ermittelt werden" macht - ebenfalls im Hinblick auf die Jahreszahl - absolut Sinn.
    Mein Vater ist da aber anderer Meinung, die durchaus auch Hand und Fuß hat
    Seine Argumentation ist, dass die Goslar-Halle zu dem Zeitpunkt des Brandes mit Flüchtlingen vollgestopft war und man diese auf gar keinen Fall mit bewußter Brandstiftung hätte gefährden wollen.

    Man wird es niemals wirklich wissen, ob der Brand ein Unfall war oder ob es sich nicht doch um inszenierte Brandstiftung gehandelt hat.
    Ich denke, es ist bestimmt eine Glaubensfrage.
    Und vom Glauben her schließe ich mich Deinem Text an ....eine Brandstiftung halte ich durchaus für möglich.
    Von der Argumentation her schließe ich mich meinem Vater an.
    Diese Kaltblütigkeit, nach Kriegsende soviel Menschenleben auf´s Spiel zu setzen (mit bewußter Brandstiftung), kann ich mir einfach nicht vorstellen.

    Anbei noch ein Link zu einem Bericht über das Feuer vom 31. März 1948 samt Bild von der noch brennenden Goslar-Halle:
    http://www.goslarsche.de/Home/magazi...-folge-14.html
    Geändert von Susanne-K. (17.12.2011 um 14:21 Uhr)

  9. #18
    Hauer Avatar von Heinzelmann
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    Apropos Bolzplatz auf dem ehem. Stadthallengelände.
    Dies ist uns in den 80ern widerfahren (Siehe GZ von 1987)... typisch Goslar mal wieder, da hat sich auch bis heute nix gebessert .
    Aus solchem und ähnlichen Anlässen viel es einem nicht schwer, Goslar den Rücken zu kehren. Selbst die "Wochenendheimkehrer" hat man verscheucht!
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken rangers.jpg  

  10. #19
    Administrator Obersteiger Avatar von Andreas
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    Foto

    Guten Morgen,

    ich glaube dieses Bild hier hatten wir noch nicht - frisch aus dem Scanner.

    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken stadhalle.jpg  
    Glück Auf!
    Andreas

  11. Danke von:

    kleine (14.03.2017)

  12. #20
    Schießhauer Avatar von Birgit
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    Eigentlich ein hübsches Bauwerk, gel?!? Also mir gefällts. Vll. sollte man die Stadthalle doch einfach, genau so, wieder aufbauen!

    Liebe Grüße
    Birgit

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