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Thema: Goslarer Jäger in der Schlacht von Verdun 1916

  1. #11
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    Am 4. August wird das Jägerbataillon 10 noch ein viertes Mal vorgeschickt. 135 Mann sind es diesmal, die getötet oder verwundet werden. Fasst man die Zahlen der vier Einsätze zusammen, so kommt man auf 923 Verluste, die das Bataillon erlitt. Der erste Einsatz im Juni war dabei mit 386 Ausfällen der verlustreichste. 923 Opfer, das ist ungefähr die Stärke des Anfangsbestands als man nach Verdun kam. Nach jedem Einsatz wurden die Verluste durch Ersatz ausgeglichen. Das waren junge unerfahrene Rekruten und alte in diesem Kampf genauso unerfahrene Reservisten und Landwehrmänner. Die fielen meist als erste.

    Das Reserve-Jägerbataillon 10 dürfte nicht minder gelitten haben. Und auch die Poilus auf der anderen Seite hatten schwere Verluste.

    Mitte August wurde das Alpenkorps von Verdun abgezogen. In den Jägerbataillonen gab es (fast) nur noch neue Gesichter.
    Geändert von immotafides (27.07.2016 um 08:46 Uhr)

  2. #12
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    295 Tote hatte das Jägerbataillon 10 in diesen zehn Wochen zu beklagen. Nur von 39 ist die Grabstätte bekannt. Sie sind verteilt auf die deutschen Kriegsgräberstätten von Azannes, Montmedy, Longuyon, Romagne, Hautecourt, Ville, einige in Deutschland. Die anderen ruhen unbekannt in sog. Kameradengräbern und viele noch heute auf dem Schlachtfeld von Verdun. Manche vielleicht auch im Beinhaus von Douaumont.
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  3. #13
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    Beim Betrachten dieser Gräberfelder kommt mir immer der Folksong "The Green Fields of France" in den Sinn. Das Lied ist auch unter dem Titel "Willy McBride" bekannt:





    Hier mein Übersetzungsversuch:

    Wie geht es dir Schütze William McBride?
    Hast Du was dagegen wenn ich mich hier an Dein Grab setze
    und einen Moment in der warmen Sommersonne ausruhe?
    Ich war den ganzen Tag auf den Beinen und bin ziemlich kaputt.
    Ich sehe an Deinem Grabstein, dass Du erst 19 warst
    als Du 1915 zu den toten Helden gestoßen bist.
    Nun, ich hoffe Du bist schnell gestorben
    und ich hoffe, Du stabst sauber,
    oder, Willy McBride, war es langsam und widerlich?

    Haben sie die Trommeln langsam geschlagen?
    Haben sie die Pfeifen leise geblasen?
    Wurde über Deinem Grab Salut geschossen als sie Dich beisetzten?
    Haben die Hörner "The Last Post" im Chor gespielt?
    Haben die Dudelsäcke "The Flowers of the Forest" gespielt?

    Und, hattest Du eine Frau oder eine Freundin daheim?
    In irgendeinem treuen Herz ist die Erinnerung an Dich verwahrt
    und obwohl Du damals 1915 gestorben bist,
    wirst Du für dieses Herz auf Ewig 19 Jahre alt bleiben.
    Oder bist Du ein Fremder, der nicht mal einen Namen hat,
    und, für immer hinter eine alte Glasscheibe gesteckt,
    auf einer alten , abgegriffenen, zerfledderten Fotografie,
    in einem braunen Lederrahmen vergilbt?

    Haben sie die Trommeln langsam geschlagen?
    Haben sie die Pfeifen leise geblasen?
    Wurde über Deinem Grab Salut geschossen als sie Dich beisetzten?
    Haben die Hörner "The Last Post" im Chor gespielt?
    Haben die Dudelsäcke "The Flowers of the Forest" gespielt?

    Die Sonne bescheint diese grünen Felder Frankreichs.
    Der warme wind bläst sanft und lässt den roten Mohn tanzen.
    Die Schützengräben sind längst unter dem Pflug verschwunden.
    Kein Gas, keine Drahtverhaue, kein Gewehrfeuer,
    aber dieser Friedhof ist immer noch Niemandsland.
    Die unzähligen weißen Kreuze legen stumm Zeugnis ab
    über die blinde Gleichgültigkeit des Menschen gegenüber dem Mitmenschen
    und über eine ganze Generation die dahingeschlachtet und verdammt wurde.

    Haben sie die Trommeln langsam geschlagen?
    Haben sie die Pfeifen leise geblasen?
    Wurde über Deinem Grab Salut geschossen als sie Dich beisetzten?
    Haben die Hörner "The Last Post" im Chor gespielt?
    Haben die Dudelsäcke "The Flowers of the Forest" gespielt?

    Ich kann nicht umhin mich zu fragen, oh Willy McBride,
    ob alle, die hier liegen, wussten warum sie starben.
    Hast Du denen wirklich geglaubt, als sie Dir den Grund nannten?
    Hast Du wirklich geglaubt, dieser Krieg wäre das Ende aller Kriege?
    Nun, das Leiden, die Trauer, der Ruhm, die Scham,
    das Morden und Sterben, das ist alles umsonst geschehen.
    Oh, Willy McBride, das alles geschieht immer wieder
    und wieder und wieder und wieder und wieder ...

    Haben sie die Trommeln langsam geschlagen?
    Haben sie die Pfeifen leise geblasen?
    Wurde über Deinem Grab Salut geschossen als sie Dich beisetzten?
    Haben die Hörner "The Last Post" im Chor gespielt?
    Haben die Dudelsäcke "The Flowers of the Forest" gespielt?


    Eigentlich merkwürdig, dass es wenige deutsche Lieder dieser Art gibt.

    Beste Grüße

    Bergmönch
    Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. (Lichtenberg)

  4. Danke von:

    immotafides (28.07.2016),thronerbe (27.07.2016)

  5. #14
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  6. Danke von:

    Bergmönch (28.07.2016),immotafides (28.07.2016)

  7. #15
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    Auch heute noch erinnert einiges an die Goslarer Jäger.

    Unübersehbar natürlich das Jägerdenkmal. Gegenüber die Domkaserne, ehemalige Unterkunft der Goslarer Jäger, zumindest von Teilen davon. Die Jägererinnerungsstätte im "Großes Heiliges Kreuz".
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  8. #16
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    Nicht so bekannt ist die Grabstätte des ehemaligen Kommandeurs des Reserve-Jägerbataillons 10 Major Kurt Krahmer-Möllenberg. Er überlebte Verdun um drei Monate und fiel im November 1916 in Rumänien. Seine sterblichen Überreste wurden später nach Goslar überführt. Sein Grab befindet sich auf dem alten Friedhof an der Hildesheimer Straße. Sein Bruder Hauptmann Adolf Krahmer-Möllenberg starb auf dem Schlachtfeld von Verdun.
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    Geändert von immotafides (29.07.2016 um 15:12 Uhr)

  9. #17
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    Da wäre auch noch der "Sandstein-Jäger" von 1890. Er hat die Truppe sogar bis ins Elsass begleitet. Heute steht er vor dem Schützenhaus:





    Vor der Domkaserne stand jahrzehntelang das Denkmal für die Gefallenen der 10. Jäger im Deutsch-Französischen Krieg 1870-71. Heute findet man es am Kahnteich:


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    Aus diesem Krieg stammte auch die "Beutekanone". Bis in die 20er oder 30er Jahre stand sie vor dem Rathaus. Da mit ihr viele Dummheiten veranstaltet wurden, stellte man sie schließlich vor die Rammelsberg-Kaserne. Hier blieb sie, bis zur Auflösung des Grenzschutzkommandos in Goslar. Danach kam sie vor die alte Wache des Fliegerhorstes, in der sich, bis zum Abzug der Bundeswehr aus Goslar, ein kleines Museum befand:


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    Wo das Teil jetzt abgeblieben ist, kann ich nicht sagen.



    Beste Grüße


    Bergmönch
    Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. (Lichtenberg)

  10. Danke von:

    immotafides (29.07.2016)

  11. #18
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    Zu den Opfern zählt auch der in Goslar geborene Rudolf Alberti. Gibt es diese Familie noch in Goslar?
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  12. #19
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    Avatar von Maria
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    Es gab mal die Villa Alberti, heute Jakobushaus, vielleicht gehörte er zu dieser Industriellen Familie.

  13. #20
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    Danke für den Hinweis, Maria.

    Hier gab es sogar mal einen Beitrag dazu. - Demnach könnte Rudolf Alberti der Knabe im Matrosenanzug sein.

    http://www.jakobushaus.de/geschichte
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