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Thema: Wer kennt diesen "Goslar-Taler" ?

  1. #1
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    Standard Wer kennt diesen "Goslar-Taler" ?

    Hallo liebe Goslarer,

    wer kennt diesen goldenen (986 gestempelt) "Goslar-Taler" und kann mir vielleicht etwas darüber erzählen?
    Meine Recherchen im Internet sind bislang im Sande verlaufen, die Suche mit den Prägedaten brachte keine Ergebnisse:

    SECRETUM CONSILIUM IN GOSLARIA

    ANNO MDCCV (1705)

    Gab es denn 1705 ein "geheimes Konzil" in Goslar?

    Der Taler hat folgende Abmessungen:
    Durchmesser: 20 mm
    Dicke: 1 mm
    Gewicht ca. 4 g

    Würde mich freuen, wenn jemand etwas "Licht ins Dunkel" bringen könnte.
    Beste Grüße nach Goslar
    Ce-laus

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  2. #2
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    Avatar von Harzer06
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    Moin,

    ich tippe auf die Nachprägung einer älteren Münze bzw. auf die komplette Neuschöpfung aus Anlaß irgendeines historischen Jubiläums.

    Der Stil soll dabei an mittelalterliche Münzen erinnern, wie z.B. die lateinische Beschriftung. Auch die mit 986 angegebene Legierung paßt zu dieser Richtung. 986 war das "klassische" Dukatengold früherer Zeiten.
    Eine Stempelung dieser Art war in Deutschland allerdings erst ab 1888 üblich. Sofern die Punzierung nicht nachträglich angebracht wurde, kann die Münze nicht von 1705 sein.

    "Consilium" muß nicht unbedingt (kirchliches) Konzil heißen. Wahrscheinlicher wäre in unseren heutigen Worten Tagung oder Versammlung.

    Jedenfalls ein wunderschönes Stück.

    G´Auf
    Harzer06
    Geändert von Harzer06 (19.08.2018 um 16:37 Uhr)

  3. Danke von:

    boborit (19.08.2018)

  4. #3
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    Nachtrag.

    Das einzige in der Geschichtsschreibung bedeutsamere Ereignis des Jahres 1705 in Goslar war die Huldigungsfeier für die Inthronisierung Kaiser Joseph I. Der Kaiser war nicht selber anwesend, sondern schickte einen Stellvertreter. Die Stadt soll dabei erhebliche Aufwendungen gemacht haben. Gut möglich, daß es dazu auch Gedenkprägungen gab.
    Stil und Machart Ihrer Münze passen in die Zeit, aber die Feingehaltsstempelung nicht.

    G´Auf
    Harzer06

  5. Danke von:

    boborit (19.08.2018),Ce-laus (19.08.2018)

  6. #4
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    Beitrag bitte löschen. War Mist.
    Geändert von Hobo (19.08.2018 um 18:24 Uhr) Grund: Bitte löschen

  7. #5
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    Hallo Harzer06,
    dankeschön für Deine Antwort. Es handelt sich in jedem Fall um eine Neuprägung, sie stammt aus dem Nachlaß meines Vaters, der sie in den 60er Jahren geschenkt bekam.
    Aber ich hätte gerne gewußt, ob es tatsächlich eine "historische" Originalversion gab. Von einer Münze mit dem Adler und diesem Text habe ich nirgendwo etwas gefunden.
    Dem Hinweis Huldigungsfeier Kaiser Joseph I. werde ich mal weiter nachgehen.
    Gruß
    Ce-laus

  8. #6
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    Moin,

    ich habe die Anfrage anonymisiert an eine sachkundige Stelle weitergeleitet. Eine Prägung mit direktem Goslar-Bezug müßte dort bekannt sein, auch eine historische Vorlage bei einer Nachprägung.

    Ein Schenkungsdatum in den 60ern schließt ein antikes Stück nicht unbedingt aus.

    G´Auf
    Harzer06

  9. #7
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    Moin,

    eine Anfrage beim Goslarer Museum ergab die freundliche Auskunft:

    Das gezeigte Stück war dort bislang unbekannt.
    "Es handelt sich nicht um eine Umlaufmünze, also ein Zahlungsmittel, sondern um ein (Gedenk-?)Medaille.
    Auf der einen Seite findet sich das seit dem Mittelalter gebräuchliche Sekretsiegel der Stadt Goslar, auf der Gegenseite das Stadtbild und die Jahreszahl 1705.

    Das eigentlich einzige hervorhebenswerte Ereignis in diesem Jahr war <…> der Beginn der Regentschaft von Joseph I. Als kaiserlich freie Reichsstadt hatte Goslar die Verpflichtung, ein solches Ereignis mit einer Huldigungsfeier zu begehen, zu der allerdings nicht der Regent selbst erschien, sondern den Grafen Albert Anton von Schwarzburg entsandte.

    Die Prägung einer Medaille zu einem solchen Anlass wäre nicht ungewöhnlich, allerdings wäre wohl eine unmittelbare Bezugnahme auf der Medaille selbst zu erwarten.

    Das Stück scheint relativ selten zu sein, im Internet war jedenfalls nur eine Erwähnung zu finden (https://www.emuenzen.de/forum/thread...hhandel.19332/) , auch dort nur in Form einer listenmäßigen Aufzählung."

    Soweit der bisherige Kenntnisstand. Ich möchte noch anfügen, daß eine Entscheidung über das tatsächliche Alter nur am Original möglich ist. Unter der Lupe dürften Unterschiede in der Prägequalität zu finden sein. Heutige Produkte sind einfach zu perfekt, was sie von historischen Münzen unterscheidbar macht. Auch die Feingehaltsangabe könnte ein Hinweis sein: Eingestempelt an der Münze wäre ungewöhnlich und eher Hinweis auf eine relativ junge Schmuckprägung. Ist sie jedoch nur in (neuzeitlichen) Händlerpapieren vermerkt, kann es auch ein historisches Original sein.

    G´Auf
    Harzer06

  10. Danke von:

    Speedy (28.08.2018)

  11. #8
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    Hallo Harzer06,

    besten Dank für Deine Hilfe, ich werde mal bei meinem nächsten Besuch das Goslarer Museum aufsuchen (damit die das unbekannte Stück auch mal kennenlernen ).

    Habe nochmal nach Huldigungsfeier und Joseph I. bzw. A.v. Schwarzburg gegoogelt, interessant finde ich den Hinweis (Zitat Wikipedia):
    Die Huldigung gegenüber Joseph I. 1705 wurde von Graf Schwarzburg in Goslar entgegengenommen und führte durch die Feierlichkeiten zur vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit der Stadt.

    Vielleicht wurde diese Insolvenz in einer "Geheimen Versammlung Anno 1705" festgestellt und mit dem Sekretsiegel der Stadt Goslar beurkundet?
    Dies aber als Vorlage für eine Gedenkmedaille oder Schmuckprägung auszuwählen erscheint mir allerdings schon etwas seltsam.

    Besten Gruß
    Ce-laus

  12. #9
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    Moin,

    Danke für die Antwort. Im Museum werden die sich bestimmt freuen, wenn sie das Stück zu sehen bekommen.
    Ich neige inzwischen dazu, die lateinische Inschrift als "Siegel des Goslarer Stadtrates" zu deuten.

    Viele Grüße
    Harzer06

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