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Thema: Und wieder geht eine Legende zu Ende

  1. #11
    Schießhauer Avatar von märklinist
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    Nochmal ein Nachtrag zum Kramers Eck.

    Soweit ich mich zurückerinnere wurde diese Gaststätte so um die Zeit von 1966 eröffnet. Von Beginn war u. a. auch mein Vater dort jeden Sonntag zum Frühschoppen und nahm an den regelmäßig stattfindenden Skatrunden beteiligt. Natürlich kann man heut zu Tage von einer Legende sprechen wenn eine Gaststätte oder allgemein ein Gastrobetrieb gute 50 Jahre Bestand hat, das ist ein halbes Jahrhundert.
    Sicherlich hat sich die Zeit seitdem natürlich gewandelt, somit auch die Gäste und ihre Vorstellungen zu speisen oder auch sich zum Frühschoppen zu treffen.
    Natürlich ist es nicht angenehm für Nichtraucher, wenn in einer Gasstätte, wo es auch ein gutes Speiseangebot gibt geraucht wurde. Seit in Kraft treten des Gesetzes das in geschlossenen Räumen von Gastrobetrieben wo auch Sperisen gereicht werden das Rauchen verbietet, wurde schon so einigen Betreiben zum wirtschaftlichen Verhängnis.

    Aber wer rauchen wollte konnte ja entweder vor die Tür gehen oder sich bei angenehmen Temperaturen z. B. im Kramers Eck in den Außenbereich setzen.
    Personal mag die eine Geschichte sein, eine andere, die Speisekarte und die Zufriedenheit mit den Speisen und was sonst noch dazugehört.

    Von der Lage des Kramers Eck dürfte es eigentlich nicht zu schwer sein einen neuen Besitzer oder möglicherweise auch Pächter zu finden. Dessen Augenmerk sollte sich aber auf die gewandelte Zeit richten, was für die Speisekarte und natürlich auch das Preisleistungsverhältnis angeht. Es sollte für jeden Geldbeutel erschwinglich sein und es sollte auch Gaststätte bleiben und nicht zum Restaurant umgestaltet werden, denn dann wird es kein so langen Bestand haben, der Begriff Restaurant hat schon den leichten Touch der etwas gehobenen Ansprüche, wobei eine Theke besetzt mit Menschen in fröhlicher Bierlaune störend wirkt, was aber bei einer Gaststätte einfach dazu gehört, quasi gemischtes Publikum.

    Legenden im Gaststätten- und Kneipenbereich sind in Goslar leider rar geworden.

    der märklinist

  2. #12
    Gezäheschlepper Avatar von Ureinwohner
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    Mir fallen als Legenden zB.noch die Martins Klause in der Breiten Strasse und der Trollmönch ein,die auch lande Bestand hatten.
    H-J

  3. #13
    Hauer Avatar von Trichtex
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    Moin!

    Zitat Zitat von märklinist Beitrag anzeigen
    Sicherlich hat sich die Zeit seitdem natürlich gewandelt, somit auch die Gäste und ihre Vorstellungen zu speisen oder auch sich zum Frühschoppen zu treffen.
    So ist es. Und wenn sich die Gastronomie nicht ebenfalls wandelt, hat sie keine Zukunft. Läden wie das Kramers Eck dürften zum größten Teil von der Stammkundschaft und vom Saalbetrieb gelebt haben. Der große Umsatz wurde jedoch in den Szeneläden ihrer Zeit gemacht. Seien es das Hannen-Faß, das Pupasch, die Quetsche, das MiniMumm oder die Minna. Die waren natürlich viel kurzlebiger, als die Läden mit einem treuen Stammpublikum. Dieses stirbt jedoch naturgemäß aus und wenn es nicht gelingt, neue Gäste zu gewinnen, dann ist das Aus nur eine Frage der Zeit.

    Es gibt durchaus noch erfolgreiche Gastronomen und es erschließt sich bei einem Besuch dort auch, warum das so ist. Die klassische Kneipe scheint aktuell nicht gefragt zu sein.

    Auf der Homepage des Kramers Eck heißt es: "Leider muß ich das Kramers Eck aus Personalmangel schließen." Offen bleibt die Frage, welches Personal zu welchen Konditionen gesucht wurde.

    Zitat Zitat von märklinist Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es nicht angenehm für Nichtraucher, wenn in einer Gasstätte, wo es auch ein gutes Speiseangebot gibt geraucht wurde. Seit in Kraft treten des Gesetzes das in geschlossenen Räumen von Gastrobetrieben wo auch Sperisen gereicht werden das Rauchen verbietet, wurde schon so einigen Betreiben zum wirtschaftlichen Verhängnis.
    Nee. Man sollte nicht so tun, als wären es überwiegend äußere Einflüsse, die zum Untergang der klassischen Gastronomie führten. Nicht vergessen werden sollte, wie unverschämt etwa im Zuge der Euro-Einführung zugelangt wurde. Dies führte dazu, dass ein ehemals alltäglicher Kneipen- oder Restaurantbesuch plötzlich zum Luxus wurde. Und es führte dazu, dass sich Alternativen, wie etwa eine Partyszene oder das "Vorglühen" etablierten und das Internet Vehikel dazu wurde. Was in dieser Zeit an Kunden verloren wurde, darf man sich schon selbst ankreiden.

    Heute gehen die Menschen aus, die es sich leisten können. Und die erwarten für ihr Geld auch einiges. Und das zu Recht.

    Zwar vermisse auch ich so manchen Laden in Goslar, aber ich muss auch zugeben, dass ich mir einen Besuch dort nach der Euro-Umstellung nicht mehr in der früheren Häufigkeit leisten konnte und wollte. Und damit war ich nicht allein.

    Viele Grüße,

    Gunther
    Geändert von Trichtex (04.07.2019 um 20:03 Uhr)

  4. #14
    Hauer Avatar von thronerbe
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    Es wäre ja mal ganz nett, wenn ihr eure Erinnerungen ans Kramers-Eck hier dokumentieren würdet. In zwanzig Jahren ist das für die Leute historisch.
    "Was war ein Stammtisch?", Was war ein "Frühschoppen?", Was war eine "Skatrunde".
    Und am Ende "Was war eine Untehaltung. Face to Face??". Ohne Whats App.

    Ich ticke noch analog. Nicht weil ich digital nicht verstehe, sondern weil ich es begriffen habe. Seit 2000 arbeie ich in einem Unternehmen das nichts anderes macht, als Applikationen, Software und entsprechende Hardware zu entwickeln.
    Dieser gesamte Scheiß kotzt mich an. Unser gesamtes soziales Leben wird über Plattformen stattfinden. Nein, findet bereits statt.

    Wer dem Kramers-Eck und einer Gesprächskultur nachhängt, muss bei sich selbst anfangen. Muss dahin gehen wo sich Menschen treffen und direkt kommunizieren.

    Viele Grüße

    thronebe
    Ein Vogel, der in einem Käfig geboren wurde, hält Fliegen für eine Krankheit!

  5. Danke von:

    Luzi (08.07.2019)

  6. #15
    Hauer Avatar von thronerbe
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    @trichtex

    wo steht "Leider muß ich das Kramers Eck aus Personalmangel schließen."

    1981 hat das Pupsch von Klaus Hübsch in der Schilderstr. aufgemacht. Klaus und Gudrun waren die Bringer.
    Sorry Trichtex, aber wenn du weißt wie es geht mach deinen eigenen Laden auf. Nach vierzig Jahren Erfahrung in der Gastronomie bin ich nicht mehr scharf auf Klugscheißer die wissen wie es funzt.
    Mach einfach deinen eigenen Laden auf, setze deine Ideen um und verdiene deine Hammerkohle.

    Viele Grüße

    thronerbe
    Ein Vogel, der in einem Käfig geboren wurde, hält Fliegen für eine Krankheit!

  7. #16
    Hauer Avatar von Trichtex
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    Moin!

    Zitat Zitat von thronerbe Beitrag anzeigen
    wo steht "Leider muß ich das Kramers Eck aus Personalmangel schließen."
    Dort.

    Zitat Zitat von thronerbe Beitrag anzeigen
    Sorry Trichtex, aber wenn du weißt wie es geht mach deinen eigenen Laden auf.
    Ich weiß vor allem, wo ich mich wohl fühle und wofür ich mein Geld auszugeben bereit bin. Und genau dort gehe ich hin.

    Gastronom werde ich jedoch ganz sicher nicht. Es ist ein verdammt harter Job und diejenigen, die ihn machen, haben meinen vollsten Respekt. Meine Großeltern waren Gastronomen. Sie betrieben erfolgreich das Schützenhaus und später die Junkernberg-Schänke in Langelsheim. Ich selbst habe eine Zeit lang im Café Carneby in Langelsheim ausgeholfen. Der damalige Wirt hatte viele gute Ideen, von denen er einige auch umsetzte. Hätte er nicht die Lust verloren... Aber das ist eine andere Geschichte.

    Der Fall des Kramers Eck zeigt vor allem, wie es nicht (mehr) geht.

    Zitat Zitat von thronerbe Beitrag anzeigen
    Klugscheißer
    Toll. Danke. Danke für diesen konstruktiven Beitrag.

    Viele Grüße,

    Gunther

  8. Danke von:

    A.C. (05.07.2019)

  9. #17
    Hauer Avatar von Luzi
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    ..... wegen Personalmangel .....
    wir waren Ostern mit der Famlilie dort essen.
    Die Chefin hat den Service gemacht. Die junge Dame, die das sonst machte, war nicht da.
    An solchen Tagen gibt es im Gaststättengewerbe keinen Urlaub.
    Der Laden war rappelvoll. Auch sonst habe ich da keine gähnende Leere vorgefunden .... halt mal weniger, mal mehr Gäste .... normal.
    Wie auch immer die Gründe sein mögen, ich finde es schade, daß das Kramers Eck geschlossen ist.

    Gruß, Luzi

  10. Danke von:

    märklinist (06.07.2019)

  11. #18
    Schießhauer Avatar von märklinist
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    Da ja thonerbe den Hinweis gab, was z.B. ein "Stammtisch", ein Frühschoppen oder eine Skatrunde war und damit dies nicht vergessen wird, weil ja heute viel übr die sozialen Netzwerke u.ä. läuft und die Menschen recht wenig rausgehen um sich zu treffen und zu plaudern oder mal ein Kartenspiel machen, hier kurz erläutert.

    Unabhängig von dem Gastrobetrieb, ein "Stammtisch" den findet man so gut wie in jeder Kneipe und Gaststätte. So was kommt zu Beginn durch Zufall zustande, es treffen sich bekannte oder unbekannte personen in einer Kneipe oder Gasstätte, sie unterhalten sich trinken was gemeinsam und beschließen am Ende, wir treffen uns hier an einem bestimmten Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit wieder und zwar am selben Tisch wo wir gemeinsam geredet oder gezecht haben. Ein Stammtisch fällt jedem ins Auge, auf dem tisch steht einen größerer Aschenbecher mit einem Henkel auf dem steht Stammtisch, aöso ist dieser Tisch zu einem bestimmen immer wiederkehrenden zeitpunkt reserviert. Am besten fragt man den Wirt als Gast, ob der Tisch frei ist, bevor man sich dort niederlässt. Denn wenn die "Stammtischler" kommen sollten gibt es Mecker, wenn dieser Tisch von anderen Gästen besetzt ist.

    Zu einem Frühschoppen trifft sich eie runde meist Sonntafgs so ca. ab 10 Uhr, dabei wird gepladert und das ein oder andere Bierchen und auch Schnäpschen getrunken, wobei ein Frühschoppen auch am Stammtisch genossen werden kann von den Stammtischlern. Frühschoppen das hat was mit Alkohol trinken am Morgen zu tun, der Begriff Schoppen rührt eher aus dem Begriff des Weines, ein Schoppen Wein ist ein Glas Wein. Mancher Frühschoppen raffte schon den ein oder anderen Frühschoppler dahin, was die Ehefrauen der Frühschoppler überhaupt nicht lustig fanden, wenn ihre Männer zu einem zum Mittagessen zu spät kamen und dazu noch alkoholisiert-

    Skat (kann ich zwar selbst nicht,) aber es ist ein analoges Kartenspiel was generell zu dritt gespielt wird. An "Stammtischen" werden auch heikle Themen ausgetauscht, jeder hat den Begriff schon mal in Verbindung mit jeweils aktuellen Themen schon mal gehört, dabei kann es schon mal hoch her gehen und es werden auch Gerüchte gestreut oder maßlos übertrieben zu bestimmten politsichen Themen oder auch anderen Belangen. Politiker verwenden hin und wieder mal den Begriff, das sit alles "Stammtisch gerede", damit wollen sie der Bevölkerung weis machen das doch alles garnicht so schlimm ist, als Beispiel mal.

    ich denke damit ein kleinen Beitrag gebracht zu haben der diese Begriffe für unseren nachkommen erhält.

    In diesem Sinn
    der märklinist

  12. Danke von:

    Harzer06 (07.07.2019),Luzi (07.07.2019)

  13. #19
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo in die Runde,

    mal allgemein zur Thematik "Kneipe" sind hier einige Dinge völlig richtig angesprochen worden.

    1. das ganze Freizeitverhalten der Leute hat sich völlig geändert und ein Besuch in der Stammkneipe
    steht sicherlich ganz unten in der Freizeit. Das Rauchverbot und die Euroumstellung haben ihr übriges
    dazu beigetragen.

    2. Wir haben gegenüber den 60' bis 80' Jahren eine ganz andere soziale Schichtung und Altersaufbau.
    Die meist männlichen Besucher der Gaststätten waren die 20 bis 60-Jährigen, das war die weitaus
    größte Bevölkerungsgruppe. Wenn wir nur einmal den Großraum Goslar betrachten mit seinen großen
    bzw. größeren Industriebetrieben und den dort Beschäftigten, kein Vergleich zu heute.
    Dazu kommen noch die Bauarbeiter, Eisenbahner, Postler und die beim BGS oder Bundeswehr beschäftigt
    waren, um nur einige zu nennen. Die meisten hatten alle ihre Stammkneipe.

    Eine Gaststätte lebte von ihren Stammgästen, wenn es eine gute Lage hatte, zusätzlich "Laufkundschaft"
    und last not least eine gute Küche, daß war das Sahnehäubchen. So was nannte man eine Goldgrube.
    Heute unvorstellbar das man bis 2.00 h morgens noch warmes Essen bekam.

    Ich denke mal, daß sind einige der Gründe für das "Kneipensterben".

    Grüße
    Ottofranz

  14. Danke von:

    Luzi (07.07.2019),märklinist (08.07.2019),Stulle (09.07.2019)

  15. #20
    Wasserknecht Avatar von nobby
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    @trichtex #16

    Du schreibst, das dass Kramers-Eck aufgrund von Personalmangel (lt. Website) geschlossen hat. Dann stimmt deiner Meinung nach das Konzept nicht.
    Ich denke, das dass Konzept, z. B. Fachwerkgastronomie, heute keine Bedeutung mehr hat. Das "Leberecht" in Kramerswinkel ist 25 Jahre vorher platt gewesen.
    Es gibt kein Konzept für den Erfolg in der Gastronomie. Guck dir Klaus Hübsch oder Bodo Wedde an.
    Jede Form der Gastronomie ist dem Zeitgeist unterworfen. Ich bin oft in Berlin und finde dort Kneipen die nie ein anderes Konzept hatten, als da zu sein. Die machen um zehn oder elf auf, haben 'ne kleine Mittagskarte, Rentner, Arbeitslose und gut bezahlte Arbeitnehmer treffen sich. Neben dem Krawattenträger sitzt ein Punker, alle quatschen und gut ist.
    Das alles ist eine "gewachsene" Gastronomie.

    nobby

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