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Thema: Warum ist der Landkreis Goslar so alt?

  1. #11
    Gezäheschlepper Avatar von Fniux
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    Zitat Zitat von Manne Beitrag anzeigen
    Warum ist der Landkreis Goslar so alt ?
    Weil niemand etwas innovativ macht. Der neueste Vernichter unserer schönen Gegend ist der Nationalpark. Seit 14 Tagen weiss ich, dass der Borkenkäfer unser Freund ist, um den Umbau des Harzes zu beschleunigen. In der "Volkstimme" vom Sonnabend las ich, dass Herr Pusch, Leiter des NP, den Harz als Experimentierfeld betrachtet. Ja Freunde, geht es denn noch. Auch Herr Knolle sollte sich bitte zurückhalten und nicht ständig dieselbe Leier vertreten. Der hat ja zu allem etwas zu immer zu sagen.
    Gruss Manne
    Ja, Herr Knolle ist restriktiv, was die wirtschaftliche Erschließung des Harzes angeht. Er sieht den Bau der Baumschwebebahn in Harzburg auch als „Verrummelung“... schon klar, dass er als grüner Kulturpfleger eine gewisse Persona aufrechterhalten muss, aber für mich ist die anthropogene Schwermetallbelastung in und um Harz seit einem Jahrtausend doch schwerwiegender. Ich befürworte die Erschließung des Kalten Tals.

    Der Borkenkäferbefall kommt schlicht daher, dass der Westharz falsch bepflanzt ist. Monokulturen neigen nunmal dazu; das ist ganz im Sinne der Biologie und nichts weiter als ein natürliches Korrektiv.

  2. #12
    Gezäheschlepper Avatar von Fniux
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    Zitat Zitat von Trichtex Beitrag anzeigen
    Moin!

    [...]

    Für junge Menschen ist der Landkreis Goslar nicht besonders attraktiv. Das sah vor einem halben Jahrhundert noch anders aus. Vielleicht wird sich das irgendwann wieder ändern.

    Viele Grüße,

    Gunther
    Ich finde, der Harz hat vor allem Potenzial als Rückzugsort für junge Leute (besonders Frauen), die sich der urbanen Großstadthektik entziehen wollen. Absolut überlebenswichtig hierzu ist schnelles Internet, und damit meine ich insbesondere den Ausbau von Glasfaserkabel in den Dörfern und mobiles Internet (LTE) im Harzgebirge, was erfreulicherweise bereits im Laufen ist.

  3. #13
    Schießhauer Avatar von Harzer06
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    Moin,

    das sehe ich etwas anders. Ob sich eine Webseite nach 1/2 oder 1/10 Sekunde öffnet ist doch piep-egal. Entscheidender sind da m.E. Faktoren der Infrastruktur, wie die Vor-Ort-Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (sich das Brot oder die Tüte Milch im Internet zu bestellen, naja … …), verfügbare Arztpraxen, Kulturangebote usw. Wichtiger sogar noch die Verfügbarkeit von "richtigen" Arbeitsplätzen. Wer jetzt von einem mit Sozialhilfe aufgestockten 450 €-Job leben muß, kann sich Internetangebote, Streamingdienste etc. spätestens im Alter eh nicht mehr leisten. Allein der Festnetzanschluß zuhause kostet etwa 40 € pro Monat. Da unterscheiden sich die Anbieter nicht viel. Bei Mobilanbietern ist es unübersichtlicher, sicherlich mit Absicht. Da wird mit Datenvolumen und Übertragungsraten jongliert, bis von Nutzer am Ende Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    G´Auf
    Harzer06

  4. #14
    Hauer Avatar von Trichtex
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    Moin Manne!

    Zitat Zitat von Manne Beitrag anzeigen
    Warum ist der Landkreis Goslar so alt ?
    Weil niemand etwas innovativ macht. Der neueste Vernichter unserer schönen Gegend ist der Nationalpark. Seit 14 Tagen weiss ich, dass der Borkenkäfer unser Freund ist, um den Umbau des Harzes zu beschleunigen.
    Und das nennst Du nicht innovativ? Einfach den Nationalpark incl. Borkenkäfer sich selbst überlassen und aktiv warten, was passiert?

    Zugegeben: Wir werden freilich nicht mehr erleben, wie im Nationalpark Urwald entsteht, dafür dauert das zu lange, aber Renaturierung zum Nulltarif und das Ganze auch noch als den Königsweg verkaufen, das ist schon innovativ. Natürlich wird es den Harz in absehbarer Zeit nicht attraktiver machen, aber man kann halt nicht alles haben.

    Vielleicht müssen die sterbenden Harzorte auch einfach nur warten, um in ferner Zukunft von ganz allein wieder attraktiv zu werden...

    Viele Grüße,

    Gunther

  5. Danke von:

    Bergmönch (22.08.2019)

  6. #15
    Gezäheschlepper Avatar von Fniux
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    Zitat Zitat von Harzer06 Beitrag anzeigen
    Moin,

    das sehe ich etwas anders. Ob sich eine Webseite nach 1/2 oder 1/10 Sekunde öffnet ist doch piep-egal. Entscheidender sind da m.E. Faktoren der Infrastruktur, wie die Vor-Ort-Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (sich das Brot oder die Tüte Milch im Internet zu bestellen, naja … …), verfügbare Arztpraxen, Kulturangebote usw. Wichtiger sogar noch die Verfügbarkeit von "richtigen" Arbeitsplätzen. Wer jetzt von einem mit Sozialhilfe aufgestockten 450 €-Job leben muß, kann sich Internetangebote, Streamingdienste etc. spätestens im Alter eh nicht mehr leisten. Allein der Festnetzanschluß zuhause kostet etwa 40 € pro Monat. Da unterscheiden sich die Anbieter nicht viel. Bei Mobilanbietern ist es unübersichtlicher, sicherlich mit Absicht. Da wird mit Datenvolumen und Übertragungsraten jongliert, bis von Nutzer am Ende Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    G´Auf
    Harzer06
    Es geht auch um Streaming-Angebote und Homeoffice. Die Datenmengen, die heutzutage in kurzer Zeit übertragen werden müssen, darf man nicht unterschätzen. In vielen ländlichen Regionen (vor allem nördl. Niedersachsen und MV) sind die Leitungen so langsam, dass es sowohl für Unternehmen als auch Privatleute ein ernster Grund ist, eine Region zu meiden.

    Schon klar, dass das auf dem Dorf so eine Sache ist. Leider lässt sich daran in einer zunehmend zentralisierten Versorgung nicht viel machen, außer entweder die Infrastruktur zu den nächsten Grundzentren aufzupeppen oder eben Orte eiskalt aufzugeben. Ist im Mittelalter auch schon aus anderen Gründen passiert... ob es im Harz nötig ist, ist wieder eine andere Frage. Übrigens denke ich, dass diejenigen ohne großes Einkommen gar nicht erst erwägen, in eine noch schwächere Gegend umzuziehen.

  7. #16
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo in die Runde,

    der Klimawandel ist da und aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr aufzuhalten. Jeder von uns spürt das an den heißen
    und trockenen Sommern ohne ausreichenden Niederschlag. Das spürt zuerst die Landwirtschaft und eben auch unser
    Harzwald. Der Borkenkäfer und andere Baumkrankheiten sind nur die Symptome. Wenn man diverse Zeitungsartikel
    der GZ, Leserbriefe und die Meinungen der hier vertretenen Forenmitglieder betrachtet, hat man den Eindruck eines
    Schwarzen-Peter-Spiels. Wirtschaft gegen Umwelt-Natur-und Klimaschützer, kommerzielle Forstwirtschaft gegen
    Nationalpark, Klein gegen Groß, Groß gegen Klein usw., usw. Die Meinungen und Überzeugungen der hier namentlich
    genannten Protagonisten kann man teilen oder ablehnen. Nur sollte man sie akzeptieren. Wenn alle die gleiche Mei-
    nung und alle im Gleichschritt in die dieselbe Richtung marschieren, daß wäre die eigentliche Katastrophe.
    Es geht nur mit Konsensfähigkeit, Kompromissbereitschaft ohne Maximalforderungen, Interessenausgleich, sonst wird
    das nichts.

    Ich gehe einmal davon aus, daß die meisten der Forenmitglieder mit Eisenbahn und Bahnfahren wenig am Hut haben.
    Es geht hier ja um die Struktur und Lebensverhältnisse in unserer Region und warum vieles nicht läuft.
    Die Deutsche Bahn hat vor knapp 20 Jahren den gesamten Fernverkehr mit Interregio - Zügen im Nordharzraum
    eingestellt. Die bis vor wenigen Jahren noch funktionierende Regionalexpressverbindung zwischen dem ICE-Knoten
    Hannover Hbf. und Halle Hbf. bzw. Leipzig wurde im Zuge der Regionalisierung, eingestellt. Die Verbindungen
    Richtung Göttingen an der Nord-Süd-Achse sind völlig indiskutabel. Parallel dazu wurde die Infrastruktur zurück-
    gebaut. Weichen, Überhol- Ausweich- u. Kreuzungsgleisen wurde entfernt, die Bahnsteiggleise künstlich verkürzt.

    Der Deutsche Verkehsgerichtstag ist das Aushängeschild für Goslar als Tagungsort und Werbung zugleich.
    Die Stadt Leipzig hat sich bereits mehrmals um die Ausrichtung dieser Veranstaltung beworben. Es ist Wettbewerb
    und völlig legitim. Als Messestadt hat es genügend Tagungsräumlichkeiten, Hotelkapazitäten und über den Flug-
    hafen Schkeuditz sowie den größten Kopfbahnhof Europas hervorragende Verkehrsanbindungen innerhalb Deutsch-
    lands und angrenzender Staaten.

    Wir haben hier den sog. Regionalverband Großraum Braunschweig mit den Zentren Wolfsburg, der namensgebenden
    Stadt und Salzgitter als industrielle Zentren. Hier gibt es Zehntausende von industriellen Arbeitsplätzen, hier wird
    das Geld verdient. Hinzurechnen muß man die Kreise Gifhorn und Peine durch die räumliche Nähe und evtl. mit
    Abstrichen den Westteil des LK Wolfenbüttel. Der Landkreis Helmstedt, der Ostteil des LK Wolfenbüttel sowie der
    Kreis Goslar sind Randgebiete an der Peripherie. Und entsprechend ist auch die Gewichtung der Geldmittel und
    überhaupt die Wahrnehmung.

    Was ich hier beschrieben habe, sind nur kleine Mosaiksteine in einem Gesamtbild. Und das setzt sich sich mit
    den von den Vorrednern gesagten Beiträgen, zusammen.

    Einen schönen Tag wünscht
    Ottofranz

  8. Danke von:

    Bergmönch (22.08.2019),Fniux (21.08.2019),nobby (07.08.2019)

  9. #17
    Gezäheschlepper Avatar von Fniux
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    Wenn die Monokulturen zu Fall kommen, ist das ein gutes Zeichen. Dann wird diese Gegend auch langsam mit dem Ostharz aufholen, wo die Vegetation mehr als nur Nadelgehölz zu bieten hat. Sprich: Einfach den Wald in Frieden lassen, die Borkenkäfer ihr Werk tun lassen und zuschauen, wie sich die Vegetation anpasst.

    Was die Zukunftsperspektive angeht: Unser LK Goslar ist nicht hoffnungslos aufgestellt. Verglichen zu den ruralen Kommunen (Beispiel: Mansfeld-Südharz) in den neuen Bundesländern sieht die Situation hier gut aus, weil die Infrastruktur - sicher auch durch die Lage am Zonenrandgebiet, sonst wäre die A 395/36 sicher nicht so zustande gekommen - dies hergibt. Das Hauptproblem ist eher die Industrieflucht, von Odermark über den Hüttenkomplex Oker-Harlingerode bis hin zu zahlreichen mittelständischen Unternehmen sind zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen. Ohne den demografischen Wandel sähe der Landkreis in Sachen Arbeitslosigkeit ziemlich abgehalftert aus. Leider kann man sich Industrie nicht einfach herzaubern, da Deutschland keine Planwirtschaft ist. Sehr wohl können allerdings Industrie- und Gewerbegebiete ausgewiesen werden, die möglichst über den ÖPNV angeschlossen sein sollten. Das hat im kleinen Rahmen gut funktioniert, allerdings bedarf es der Kooperation von Kommunen und Bauern, um Gebiete ausweisen zu können.

    Ansonsten bleibt halt nur Hoffnung, Optimismus und Tatendrang; wer nichts tut, der hat schon verloren.

  10. Danke von:

    nobby (21.08.2019)

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