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Thema: Gelände nördlich von ehem. Flugplatz

  1. #1
    Wasserknecht Avatar von DonMartino
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    Standard Gelände nördlich von ehem. Flugplatz

    Heute war das erste mal dort, nachdem der Schießstand abgerissen wurde.
    Schon komisch. Früher waren wir dort sehr oft. Butze bauen, Gegend erforschen
    und später ab und an zum Feiern.
    Projektile aus den Mauern gefummelt und im Sand gesucht.

    Dahinter befinden sich ja auch einige unnatürliche Bodenbewegungen.
    Weiß einer was für Gebäude dort während der Zeit bis `45 waren?
    Grauhof war doch auch V2 Verladestelle. Jedenfalls hatte das mal jemand erzählt.
    Und vor der Quellschänke stand auch ein V2-Tank. Darauf sind wir immer rum geklettert.

  2. Danke von:

    Andreas (18.07.2019),Bergmönch (25.07.2019),zeitzeuge (23.07.2019)

  3. #2
    Hauer Avatar von zeitzeuge
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    Hallo DonMartino den Schießstand kenne ich auch noch, war auch einer meiner Spielplätze. Hab aber leider nie hinter die Mauern geguckt.
    Projektile geammelt habe ich auch.
    Viele Grüße Harald

  4. #3
    Wasserknecht Avatar von BayernTobi
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    Das kann ich nur bestätigen!

  5. #4
    Gedingeschlepper Avatar von Volker
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    Hallo Don Martino!
    Mit Interesse habe ich die obigen Beiträge gelesen. Da ich bis Mitte der Fünfzigerjahre in Zellerfeld gewohnt habe, waren wir als Kinder öfter im Sprengstoffwerk "Werk Tanne", über welches von Seiten der Eltern ein riesiges Geheimnis gemacht wurde, einschließlich Betretungsverbot. Das reizte natürlich besonders, zumal dort an den Zäunen ein Verbotsschild mit Totenkopf prangte.
    Später habe ich dann gelesen, daß dort der Gefechtskopf der A4 (V2) gefüllt wurde, mit dem militärischen Sicherheitssprengstoff "Amatol". Die Hülle für den Gefechtskopf wurde aus 6mm starkem Stahlblech von den Voss-Werken in Sarstedt angeliefert. Soweit meine Informationen.
    Selbstverständlich habe ich auch einige Relikte von dort mitgenommen, die ich heute noch besitze. Diese Dinge besitzen einen etwas morbiden Reiz, wenn man bedenkt, was hinter diesen ganzen Sachen für Bemühungen standen. Das hat uns als Kinder nicht berührt, das Abenteuer stand im Vordergrund.
    Vielleicht hat jemand noch weitergehende Informationen über die Verladestelle in Grauhof, würde mich interessieren.
    Volker

  6. #5
    Schießhauer Avatar von Bergmönch
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    Im Harz und Umgebung war das Zentrum der "V-Waffen"-Fertigung. Die Treibstoffleitungen der V2 waren aus Aluminium, das bekanntlich nicht einfach zu schweißen ist. Bei LHB in Salzgitter (heute Alstom) hatte man die nötige Erfahrung und so wurde auch dort produziert. Im Firmenmuseum (nicht öffentlich) steht noch ein V2-Triebwerk mit Leitungen von LHB:





    Beste Grüße

    Bergmönch
    Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. (Lichtenberg)

  7. Danke von:

    Andreas (26.07.2019),Hanno (26.07.2019),Harzer06 (25.07.2019),Maria (26.07.2019)

  8. #6
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo in die Runde,

    daß in Grauhof eine Verladestelle für V 2-Raketen gewesen sein soll, bezweifle ich. Der Hauptproduktionsstandort war
    im Stollensystem des Kohnstein bei Niedersachswerfen im Südharz. Die Häftlinge des berüchtigten KZ Mittelbau-Dora
    bauten dort V 1 und V 2 Rakten. Richtig ist vielmehr, daß im Grauhofbrunnen Teile einer V 2 als Tank oder ähnliches
    genutzt wurde. Aber das geschah nach dem Krieg.

    Die Fa. Linke-Hofmann- Busch war ein Flüchtlingsbetrieb der ursprünglich in Breslau ansässig war. Erst nach dem Krieg
    siedelte er nach Salzgitter um. Also konnten hier an diesem Standort kein Aluminiumschweißungen vorgenommen
    werden.

    Es mag vielleicht sein das einzelne Zulieferteile im Raum Goslar hergestellt wurden, hier wurden jedenfalls keine
    Raketen hergestellt.

    Grüße
    Ottofranz

  9. Danke von:

    Andreas (26.07.2019),Harzer06 (25.07.2019),nobby (25.07.2019),Speedy (26.07.2019)

  10. #7
    Schießhauer Avatar von Speedy
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    Zitat Zitat von Bergmönch Beitrag anzeigen
    Im Firmenmuseum (nicht öffentlich) steht noch ein V2-Triebwerk mit Leitungen von LHB:





    Beste Grüße

    Bergmönch

    Bei der Firma Alstom ist am 31.08.2019 Tag der offenen Tür.
    Dabei kann auch das Museum besichtigt werden.

    Sehr zu empfehlen.
    Gruß
    Uwe

  11. Danke von:

    Andreas (26.07.2019),Bergmönch (26.07.2019),Hanno (26.07.2019)

  12. #8
    Gedingeschlepper Avatar von Volker
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    Hallo!
    Um noch einmal auf den Beitrag von ottofranz einzugehen: Es war nicht die Rede davon, daß in Grauhof oder Goslar Raketen hergestellt wurden, es wurde lediglich auf eine Verladestelle hingewiesen. Wie wahrscheinlich das ist, sei einer zukünftigen Recherche überlassen. Das mit der Nutzung des Tanks hat allerdings einiges für sich, die Dinger waren aus Aluminium.
    Ich habe in den 60-er Jahren einige Monate im Nachbarbetrieb von LHB gearbeitet, bei der SASTA. (Salzgitter Stahl AG). Dort wurden u.a. Pipelinerohre neben Stahlbauartikeln hergestellt. Es hieß dort bzgl. der Firma LHB, die sei aus Breslau nach Salzgitter nach dem verlorenen Krieg übergesiedelt, das ist also korrekt erwähnt.
    Eines ist noch interessant, was allerdings den Rahmen dieses Themas sprengt: Die gesamten Konstruktionsunterlagen der V-Waffen Fertigung wurden in einer unterirdischen Sprengstoffkammer der Eisenerzgrube "Georg Friedrich" bei Hahndorf versteckt, dann allerdings von den Amerikanern in einer Nacht und Nebelaktion schnellstens in ihr Besatzungsgebiet geschafft, bevor Niedersachsen an die Engländer übergeben wurde. Da gönnte der Eine dem Anderen nichts.
    Der Tip von Speedy ist gut, ich werde jedenfalls zur Alstom fahren, um mir die Sachen dort anzusehen. Vielen Dank. Volker

  13. #9
    Schießhauer Avatar von Harzer06
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    Moin,

    ich kann mich an einen Tank als liegendes Dekorationsstück vor dem Eingang der damaligen Quellschenke erinnern. Jedenfalls ein längliches, zylindrisches Metallteil mit Anschlußöffnungen. Von manchen wurde es auch als umgenutzter Torpedo bezeichnet, vielleicht um keinen Bezug zu V-Waffen herzustellen. V2-Tank dürfte da schon erheblich glaubwürdiger sein.

    G´Auf
    Harzer06

  14. #10
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die guten und informativen Beiträge meiner Vorredner zu diesem Themenkreis.

    Ich möchte das Ganze auch nicht weiter vertiefen, nur eine Richtigstellung zum besseren Verständnis.


    Zitat von DonMartino in seinem Beitrag : "Grauhof war doch auch V 2 verladestelle"
    Eine Produktion bzw. ein Produkt ist die Voraussetzung für eine Verladung, sonst gäbe es ja keine
    Verladung. Daher könnte ein Leser annehmen, daß auf dem Grauhof-Gelände V 2 oder wichtige
    Bauteile davon hergestellt wurden. Meines Wissens nach hatte der Grauhof-Brunnen ein Anschluß-
    gleis zum Güterbahnhof Grauhof der Reichsbahn.

    Hier kann eben schnell ein falscher Eindruck entstehen. Nur darauf wollte ich hinweisen !

    Alles gut !
    Ottofranz

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