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Thema: Trinkwasserdrama

  1. #1
    Schießhauer Avatar von märklinist
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    Standard Trinkwasserdrama

    Hallo in die Runde,

    seit vielen Wochen sind in der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld, Buntenbock und Wildemann Keime im Trinkwasser, einge Keime sind sogar Fäkalkeime. Diese Verunreinigung des Trinkwassers ist für ältere und kranke Menschen oder Menschen mit schwachem Imunsystem eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsgefahr. Hier scheint sich nun zu rächen, das nicht in die Infrastruktur der Trinkwasservorgung investiert wurde. Mit ein paar Filtern austauschen wird das Drama nicht beseitigt sein, dazu gehören auch Leitungen die erneurt werden müssen, natürlich kostet das richtig Geld, aber wenn man über Jahre kaum oder nichts tut, dann kommt irgendwann die richtig große Rechnung.

    Wie lange wollen die Stadtwerke Clausthal-Zellerfeld den Bürgern noch zumuten ihr Trinkwasser abzukochen, wozu auch Wasser gehört was man zum Zähne putzen nimmt. Den Bürgern entstehen durch das mehrmal tägliche Abkochen des Wassers zusätzliche Strom- oder Gaskosten.
    Trinkwasser ist eine Ware, sogar ein Lebensmittel und da hat der Kunde Anspruch auf entsprechend gute und hohe Qualität. Wenn ich eine Ware oder Lebensmittel garnicht oder nur mit Einschränkungen verwenden, benutzen, verzehren kann, dann habe ich Anspruch auf Preisnachlass oder ich brauche eine Ware bei Ungenießbarkeit in keinsterweise bezahlen. Schwierig beim Trinkwasser, denn dies wird ja bekanntermaßen den Verbrauchern über deren Konto in Rechnung gestellt, bzw. vom Konto abgebucht. Ich denke hier bahnt sich für die Zukunft richtig Ärger an zwischen den Stadtwerken und ihren Kunden.
    Zwar haben die Stadtwerke Preisnachlässe angeboten, aber von der Höhe des Nachlasses haben sie sich vornehm zurückgehalten.
    Im Umkehrschluss verdienen die Stadtwerke nun auch noch von ihren Kunden am Mehrverbrauch von Strom und Gas was die Bürger nun einsetzen müssen um das Wasser bedenkenlos genießen zu können.

    Bürger denen es es finanziell gut geht, die müssen nicht unbedingt auf jeden Cent und Euro achten was den Verbrauch an Energie angeht, aber es gibt gerade auch in der strukturschwachen Region des Oberharzes genügend Menschen die schon sehr genau darauf achten müssen, was sie an Energie im Jahr verbrauchen können, dazu zählen Hartz 4 Empfänger, Aufstocker, Geringverdienen, oder Menschen die von Altersgrundsicherung leben müssen.

    Ich befürchte, das dieses Drama so schnell nicht behoben werden kann, denn ein marodes Leitungssystem ist nicht "über Nacht" ausgetauscht. Die dummen werden am Ende wieder die Bürger sein, die die Zeche bezahlen müssen, wenn das Leitungs- und Filtersystem saniert, bzw. erneuert wurde. Und dies nur, weil man notwendige Sanierungen immer vor sich herschiebt, meist mit dem Argument, dafür ist kein Geld da.

    An die Menschen die alt sind, und Eigentum haben, an die mag ich erst garnicht denken, wenn denen dann die Rechnungen ins Haus flattern für die Erneuerung des Leitungssystems.
    Für dieses Desaster müssten die Verantwortlichen der Stadtwerke in Haftung genommen werden, was in der Form geschehen kann das die nun die im Raum stehenden Kosten für die Sanierung, bzw.Erneuerung gänzlich von Stadtwerken getragen werden sollten ohne das dem Bürger Mehrkosten entstehen.

    In diesem Sinn
    der märklinist

  2. Danke von:

    nobby (05.10.2020),Peter2809 (06.10.2020)

  3. #2
    Schießhauer Avatar von Harzer06
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    Moin,

    spannend finde ich auch die Frage, wie die Keime in das Wasser kommen können. Die verwendeten Teiche liegen mit ihren Einzugsgebieten oberhalb menschlicher Siedlungen (Ausnahmen Torfhaus und einzelne Waldschenken). Die Hirsche *** bestimmt auch nicht häufiger als früher. Das Leitungsnetz zwischen Wasserwerk und Verbraucher sollte gegen eindringendes Schmutzwasser bzw. unsauberes Naturwasser eigentlich dicht sein.
    Bei den örtlichen Stadtwerken könnte noch mehr im Busch sein. M.W. wurden da kürzlich Büros wegen des Verdachts auf Untreue (?) durchsucht.

    G´Auf
    Harzer06

  4. Danke von:

    märklinist (07.10.2020),nobby (05.10.2020),Peter2809 (06.10.2020)

  5. #3
    Hauer Avatar von nobby
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    Das gleiche Problem besteht seit ca. 1 Woche im Landkreis Peine.

    VG

    nobby

  6. Danke von:

    märklinist (07.10.2020),Peter2809 (06.10.2020)

  7. #4
    Hauer Avatar von Peter2809
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    Hallo,

    bei den gefundenen Bakterien handelt es sich um ENTEROKOKKEN, in der Vergangenheit wurden diese nur im ROHWASSER gefunden, jetzt aber in der Wasseraufbereitungsanlage Kellerhalsteich; das wird so in den Medien und auf der Homepage der Statdtwerke C-Z berichtet.

    Wir haben in Deutschland das am besten getestete Trinkwasser der Welt, nur mit welchem Ergebnis?

    Ich selbst trinke schon seit Jahrzehnten kein Wasser direkt aus der Wasserleitung, wer weiss schon was sich in der Wasserleitung befindet und was sich so alles in der Armatur ansammelt.

    LG / Peter2809
    Geändert von Peter2809 (09.10.2020 um 11:48 Uhr) Grund: Darmbakterien und Textänderung

  8. #5
    Hauer Avatar von ottofranz
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    Hallo in die Runde,

    vor einigen Wochen war über diese Thema in der GZ zu lesen. Daraus geht hervor, das die Stadtwerke
    hier eine eher geringere Schuld trifft. Es besteht nämlich ein Gewinnabführungsvertrag mit der Stadt.
    D.h. den Stadtwerken wurden ihre Gewinne abgeschöpft und diese Finanzen fehlten für nötige Investitionen.

    Nun muß man sich fragen, wer für solche Verträge Verantwortung hat. So etwas kann man ja nachverfolgen.
    Aber nun ist das Kind in den Brunnen(oder marode Leitungen) gefallen und jetzt sind Lösungen gefragt.

    Grüße
    Ottofranz

  9. Danke von:

    märklinist (07.10.2020),nobby (06.10.2020),Peter2809 (09.10.2020),Speedy (07.10.2020)

  10. #6
    Hauer Avatar von Peter2809
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    Zitat Zitat von ottofranz Beitrag anzeigen
    Hallo in die Runde,

    Es besteht nämlich ein Gewinnabführungsvertrag mit der Stadt.
    D.h. den Stadtwerken wurden ihre Gewinne abgeschöpft und diese Finanzen fehlten für nötige Investitionen.

    Nun muß man sich fragen, wer für solche Verträge Verantwortung hat. So etwas kann man ja nachverfolgen.
    Aber nun ist das Kind in den Brunnen(oder marode Leitungen) gefallen und jetzt sind Lösungen gefragt.

    Grüße
    Ottofranz
    Für die Belieferung mit Wasser zahlt der Kunde einen Arbeitspreis pro m³ in Höhe von € 1,86. Hinzu kommt der monatliche Grundpreis je nach Zählertyp, z. B. bis Qn6, in Höhe von € 5,96.

    Von diesen Einnahmen müssen die Stadtwerke C-Z u.a. Wassereinkauf, Wasseraufbereitung, Wasserlieferung finanzieren. Eine Gewinnabführung kann nicht durch den Verzicht auf Investionen bei der Wasserversorgung gerechtfertigt werden.

    Vom Jahresüberschuß 2018 gingen 8.000 € in die Rücklage und 182.000 € an die Stadt Clausthal-Zellerfeld, diese ist zu 100% Eigentümerin der Stadtwerke C-Z.

    Abwasser ist ja nicht das Thema, nur zur info: Arbeitspreis € 4,27 m³, Grundpreis mtl. für Qn6 € 3,00

    LG / Peter2809
    Geändert von Peter2809 (10.10.2020 um 14:29 Uhr)

  11. Danke von:

    ottofranz (09.10.2020)

  12. #7
    Hauer Avatar von Peter2809
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    Zitat Zitat von ottofranz Beitrag anzeigen
    Hallo in die Runde,

    vor einigen Wochen war über diese Thema in der GZ zu lesen. Daraus geht hervor, das die Stadtwerke
    hier eine eher geringere Schuld trifft. Es besteht nämlich ein Gewinnabführungsvertrag mit der Stadt.
    D.h. den Stadtwerken wurden ihre Gewinne abgeschöpft und diese Finanzen fehlten für nötige Investitionen.

    Nun muß man sich fragen, wer für solche Verträge Verantwortung hat. So etwas kann man ja nachverfolgen.
    Aber nun ist das Kind in den Brunnen(oder marode Leitungen) gefallen und jetzt sind Lösungen gefragt.

    Grüße
    Ottofranz
    Hallo,

    der von den Stadtwerken am 17.3.2020 veröffentliche Jahresabschluß 1.1. - 31.12.2018 gibt einen Jahresüberschuß in Höhe von € 190.000,-- her, davon fließen 8.000,-- € in die Rücklage und 182.000 € an die Gesellschafter.
    Alleingesellschafterin (Eigentümerin) ist zu 100% die Stadt Clausthal-Zellerfeld.

    LG Peter2809

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