Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 11 bis 13 von 13

Thema: Karstadt, noch liegen die Fakten nicht auf dem Tisch

  1. #11
    Schießhauer Avatar von Toni Pepperoni
    Registriert seit
    02.04.2010
    Ort
    Goslar
    Beiträge
    429
    Danke
    659
    1.053 Danke für 312 Beiträge erhalten

    Standard

    Karstadt-Investor zweifelt an Verhandlungsinteresse

    Die anfängliche Euphorie scheint sich bei Markus Schön etwas abgeflacht zu haben. Er erklärt, dass er allmählich am Verhandlungsinteresse Galeria Karstadt Kaufhofs zweifele. Nun wurde auch bekannt, dass bereits seit Mai Insolvenzberater eingeschaltet waren.

    Goslar/Essen/Detmold. Aus dem Hause Galeria Karstadt Kaufhof hört man wenig. Die Pressestelle hält sich bedeckt und auch die Angestellten in den einzelnen Warenhäusern schweigen zur Insolvenz. Dennoch kommen immer wieder Informationen ans Licht – auch, weil eine Partei regelmäßig selbstständig Informationen an die Presse versendet.
    Experten-Entourage soll helfen

    Arndt Geiwitz ist einer der bekanntesten deutschen Insolvenzverwalter. In der Essener Zentrale von Galeria Karstadt Kaufhof läuft fast nichts mehr ohne die Zustimmung des 53-Jährigen, berichten Insider gegenüber dem Handelsblatt. Seine offzielle Anrede lautet Generalbevollmächtigter, eingesetzt von der Signa Holding René Benkos.


    Seine Arbeit verrichtet er nicht allein. Der geschäftsführende Gesellschafter der Wirtschaftskanzlei SGD Schneider Geiwitz wird von einer Entourage an Beratern und Anwälten unterstützt. Mehrere namenhafte Kanzleien aus dem Ruhrpott haben Experten für die Bereiche Restrukturierung, Insolvenzrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht und Öffentliches Recht in die Galeria-Zentrale nach Essen entsendet.
    Geiwitz ist außerordentlich erfahren. Er kümmerte sich bereits um die Schlecker-Insolvenz und wickelte vor knapp acht Jahren die Weltbild-Pleite ab.
    Beraterhonorare in Millionenhöhe

    Für das Unternehmen ist es nicht die erste Insolvenz: Bereits vor zwei Jahren suchte man Schutz in einem Rettungsschirm. Damals habe Galeria, verrät ein Einblick in den Bundesanzeiger, 81,4 Millionen Euro für Beraterhonorare ausgegeben. Davon gab man 41,5 Millionen Euro für Aufwendungen im Schutzschirmverfahren und 39,9 Millionen im anschließenden Insolvenzverfahren aus.
    Insolvenzberater seit Mai

    Die Flucht in das Schutzschirmverfahren trat das Essener Unternehmen Ende Oktober an, doch es wurde schon viel früher ein Insolvenzverwalter beauftragt, wie sich jetzt herausstellt. Die präkäre Lage scheint dem Eigentümer und der Galeria-Führungsriege nicht neu gewesen zu sein. Auf Nachfrage bestätigte der Kaufhaus-Riese Fachmagazin „Juve“, dass man bereits im Mai Richard Scholz, einen Insolvenzexperten aus Frankfurt, hinzugezogen habe. Von Insidern heißt es, dass man sich zuletzt in einwöchigen Abständen von der Geschäftsführung über die Zahlen informieren ließ. Dienstleister und Händler hätten dem Blatt bestätigt, dass schon Wochen vor dem Publikmachen der Insolvenz, Rechnungen gar nicht oder nur verzögert bezahlt worden seien.


    Schön will Übernahmeverhandlungen kurzfristig aufnehmen

    Ende Januar soll der Insolvenzplan feststehen. Erst dann kann man absehen, welche Warenhäuser eine Zukunft haben. Markus Schön möchte gerne der Retter der Karstadt-Häuser werden und hat schon zeitnah nach der offiziellen Bekanntmachung der Insolvenz, sein Interesse bekundet (wir berichteten). Der Detmolder Unternehmer möchte 47 Filialen aus dem Galeria-Karstadt-Kaufhof-Netz übernehmen, ihnen einen neuen Namen geben und nach eigenen Angaben alle Beschäftigten übernehmen, weil er sie für „einen, wenn nicht den größten Schatz des Unternehmens“ halte.
    „Nachdem der erste Verhandlungstermin aufgrund der fehlenden Vertraulichkeitsvereinbarung nicht zustande gekommen ist, muss jetzt Geschwindigkeit aufgenommen werden“, berichtet der Buero.de-CEO in einer Mail an die GZ.
    „Keine einseitige Verschwiegenheitserklärung“

    Der von Schön geführte Unternehmensverbund lasse sich nicht nur auf eine weitgehende Einseitigkeit der Vertraulichkeitsverpflichtung – buero.de muss schweigen, Galeria Karstadt Kaufhof darf reden – ein, sondern habe direkt einen Fragenkatalog übersandt, der die wesentlichen Themen für die Übernahme der 47 Standorte aufgreift, deren Übernahme buero.de in Erwägung ziehe, schreibt er weiter.


    Detmolder zweifelt an Ernsthaftigkeit

    „Nachdem nun fast zwei Monate ohne wirkliches Ergebnis vergangen sind und Galeria Karstadt Kaufhof mit der Vertraulichkeit und einer Anti-Korruptionsklausel Probleme hatte, mehren sich bei uns die Zweifel, wie ernsthaft das Verhandlungsinteresse überhaupt ist.“ Der 48-Jährige warte „entsprechend gespannt“ auf die Rückmeldung von Galeria Karstadt Kaufhof. Unterfüttert würden seine Zweifel durch Marktgerüchte, in denen auch die Standorte, an denen der Detmolder interesse habe, in Alternativkonzepten mit Büro- und Wohnflächennutzung angeboten würden: „Hier wird das teilweise knappe Wohnraumangebot genutzt, um so teilweise große Flächen von mehr als 25.000 Quadratmetern erschließen zu können. Aber die Attraktivität einer Stadt hängt auch an der Attraktivität der Innenstadt. Deswegen sind wir überzeugt, unser Angebot sichert nicht nur die Arbeitsplätze dauerhaft, sondern kann für die jeweilige Stadt ein innerstädtischer Leuchtturm werden. Aber mehr als um Gespräche werben, können wir nicht.“
    Was sagt Arndt Geiwitz?

    Geiwitz Pressesprecher Patrick Hacker sagt in Anbetracht des jüngsten Statement Schöns gegenüber der GZ: „Für uns ändert sich gar nichts."
    Zweiter Interessent

    Einen Schritt vor Markus Schön scheint der tschechische Investorenvertreter Michal Rýdl zu sein. Laut Handelsblatt sei er ebenfalls an einer Übernahme mehrerer Warenhäuser interessiert ist und soll bereits bei Gewitz vorgesprochen haben. Über den Tschechen ist nicht viel bekannt.

    Quelle: GZ

  2. #12
    Hauer Avatar von Roger
    Registriert seit
    20.10.2018
    Ort
    Goslar
    Beiträge
    174
    Danke
    231
    298 Danke für 131 Beiträge erhalten

    Standard

    Moinsen,

    ... mal im Ernst, Markus Schön hat keinerlei Erfahrung im stationären Handel geschweige denn von Warenhäusern.

    René Benkos Signa Holding hat schon in 2020 und 2021 Warenhaus Immobilien die nicht in sein Portfolio mehr passten in "Paketen"
    an diverse andere börsennotierte Unternehmen verkauft. Damals landete auch die Filiale Goslar schon bei der
    Demire Real Estate AG.

    Auch im aktuellen Insolvenzverfahren scheint es mal wieder nicht nur um die "Sache" sondern auch um "Interessen" zu gehen.

    Auch wenn es noch keine offiziellen "Schließungslisten" gibt, kann man davon ausgehen das die Häuser die beim letzten
    Insolvenzverfahren als in "letzter Minute gerettet" gefeiert wurden, ganz oben auf der neuen Liste stehen werden.
    Beste Grüße

    Roger


    Not Too Old To Rock´n Roll

  3. #13
    Schießhauer Avatar von Toni Pepperoni
    Registriert seit
    02.04.2010
    Ort
    Goslar
    Beiträge
    429
    Danke
    659
    1.053 Danke für 312 Beiträge erhalten

    Standard

    Karstadt in Goslar soll zu „Schön hier“ werden

    Sollte es im kommenden Jahr zu einer Übernahme der Goslarer Karstadt-Filiale durch Investor Markus Schön kommen, wird der Standort an der Fußgängerzone in „Schön hier“ umbenannt. Der 48-Jährige gibt Einblicke in die Finanzen und sein neues Konzept.

    Goslar/Detmold/Essen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekamen die großen Warenhäuser Galeria Kaufhof und Karstadt ihre Namen und trugen diese über mehr als 100 Jahre hinweg bis zur ersten Insolvenz Karstadts und der daraus resultierenden Fusion. Bald könnte ein ganz anderer Name auf den Fassaden von 47 Standorten zu sehen sein. Und nicht nur der Name wäre neu, wie der mögliche Investor Markus Schön in einer Mail an die GZ mitteilt.
    Neuer Name, regionale Produkte

    Es soll einige Neuerungen geben, doch das Interesse des CEO von Buero.de bleibt unverändert bestehen. 47 Warenhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof stehen auf seiner Wunschliste. Der Detmolder denkt schon weiter und bastelt an seiner neuen Marke, wie er gegenüber der GZ preis gibt: „Wenn die Übernahme gelingen würde, sollen die Standorte unter dem Markennamen 'Schön hier' geführt werden. Dies geht auf eine Rückmeldung aus Gremien zurück, dass ein stationärer Einkauf nie 'schön' sein könnte. 'Schön' könnte es nur zuhause und damit 'online' sein. So sehr wir diese Einschätzung als stark wachsenden Online-Händler teilen, wir wollen an den 47 Standorten Einkaufserlebnisse schaffen, die die Kundinnen und Kunden mit 'Schön hier' verbinden und ihnen ein Gefühl der Heimat und des Zuhauses vermitteln."

    In den übernommenen Filialen sollen regionale Produkte angeboten und damit die „Expertise in der Nachhaltigkeit“ auch in den stationären Handel übertragen werden.
    Goslar: ja, Braunschweig: nein

    Die Domain www.goslar-schoen-hier.de hat sich Unternehmer Markus Schön schon gesichert, knapp 100 andere Internetadressen mit verschiedenen Städtenamen-Kombinationen auch. Der Standort in der Kaiserstadt scheint der einzige aus der Region auf der Liste des Buero.de-CEOs zu sein. Ein Blick auf www.braunschweig-schoen-hier.de zeigt auf, dass diese Adresse noch verfügbar ist.

    „Die Markenrechte haben wir beantragt“, sagt Schön und verweist auf einen Interneteintrag beim Deutschen Marken- und Patentamt, das den Anmeldetag für die Wortmarke auf den 8. November datiert. Der 48-Jährige erklärt, dass die Rechte und die Domains in einer „eigenen Gesellschaft“ gehalten werden sollen.

    Millionen-Investitionen

    Inzwischen gibt der investitionsbereite Detmolder auch einen kleinen Einblick in die Zahlen. Man habe bis Ende November einen einstelligen Millionenbetrag in das Kaufhaus-Projekt investiert. Er gehe bei einer Übernahme der 47 Standorte von einem Betrag im dreistelligen Millionenbereich aus.

    Große Pläne für einen bislang recht unbekannten Online-Shop-CEO. In einem GZ-Gespräch Anfang November erklärte Schön: „Ich traue mir das zu. Amazon ist auch als Buchversand gestartet."
    Aufwind für Verhandlungen?

    Vor knapp zwei Wochen zeigte sich Markus Schön noch ernüchtert, weil man einen Verhandlungstermin von seiten des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz überraschend abgesagt habe. Nun scheint sich wieder Erleichterung beim Unternehmer einzustellen, wie er mitteilt: „Wir freuen uns, dass nun zeitnah Gespräche stattfinden werden – natürlich mit Blick auf die getätigten Investitionen und die bei uns in den letzten Jahren getätigte Arbeit, aber vor allem weil unser Konzept eine nachhaltige Chance ist, die 47 Standorte mit allen circa 5.500 Beschäftigten zu erhalten und gerade in den mittelgroßen Städten ein prägendes Bild mit unserem Warenhaus-Konzept zu schaffen."

    Erste Terminvorschläge seien ausgetauscht worden. Bei dem Treffen soll beispielsweise über Details der bestehenden Mietverträge, vertragliche Konstellationen der betreffenden Häuser, Warenbestände und auch die derzeitigen Maßnahmen von Arndt Geiwitz besprochen werden.

    Die Verhandlungen sollen außerhalb der Öffentlichkeit und diskret erfolgen. Er hoffe, dass die „Vertraulichkeit aller Beteiligter in Zukunft“ gewahrt werde.
    Was sagt Arndt Geiwitz?

    Olaf Groß, Pressesprecher des Insolvenzverwalters Arndt Gewitz, erklärt gegenüber der GZ: „Solange ein persönliches Treffen mit dem Generalbevollmächtigten von Galeria Karstadt Kaufhof Arndt Geiwitz und Herrn Schön nicht stattgefunden hat, können wir inhaltlich zu den Ambitionen noch keine Stellung nehmen. Davon unabhängig gehen wir zeitnah in Gespräche mit den Vermietern. Hier geht es neben der Miete selbst auch um weitere Fragen wie zum Beispiel Flächennutzung, energetische Sanierung, Modernisierungs- und Baumaßnahmen usw. Ob ein Standort erhalten bleibt, wird stark von diesen Gesprächen abhängig sein. Wenn es anschließend hinsichtlich des Filialnetzes ein klares Bild gibt, können Firmen und Investoren hier selbstredend tragfähige Angebote abgeben."


    Quelle: GZ

    Gruß Toni

  4. Danke von:

    thronerbe (Heute)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  


Dieses Forum ist komplett werbefrei und wird ausschließlich privat finanziert.

Um auch in Zukunft ohne Werbebanner und nervige Pop-Ups auszukommen,

würden wir uns über eine kleine Spende sehr freuen.